Ein MAS Mechatronik ist eine Hochschulweiterbildung für Fachpersonen, die ihre Kompetenzen an den Schnittstellen von Mechanik, Elektronik, Informatik und Automation vertiefen möchten. MAS steht für Master of Advanced Studies und umfasst mindestens 60 ECTS. Ein MAS ist nicht mit einem konsekutiven Master of Science (MSc) oder Master of Science in Engineering (MSE) gleichzusetzen.
Mechatronik verbindet Mechanik, Elektronik und Informatik zu technischen Gesamtsystemen. Ein MAS Mechatronik baut auf einer bereits vorhandenen fachlichen Qualifikation auf und dient dazu, Kenntnisse in Mechatronik und angrenzenden technischen Bereichen zu vertiefen.
MAS steht für Master of Advanced Studies. In der Schweiz gehört der MAS zur Hochschulweiterbildung und umfasst mindestens 60 ECTS. Die Programme richten sich typischerweise an Personen, die bereits über eine entsprechende Vorbildung verfügen und ihre Kompetenzen berufsbegleitend erweitern möchten.
Damit unterscheidet sich dieser Bildungsweg von einem Bachelorstudium und einem konsekutiven Masterstudium. Wer zunächst einen ersten Hochschulabschluss beziehungsweise eine allgemeine Übersicht über das Fachgebiet sucht, findet weitere Informationen unter Mechatronik.
Ein MAS Mechatronik kann insbesondere für Fachpersonen interessant sein, die bereits über eine technische Vorbildung und Berufserfahrung verfügen und ihr Wissen interdisziplinär vertiefen möchten.
Je nach Studienprogramm kommen beispielsweise Personen aus Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Automation, Systemtechnik, Produktentwicklung und verwandten technischen Fachrichtungen infrage.
Ein MAS ist nicht automatisch der nächste Studienabschluss nach einem Bachelor. Wer nach dem Bachelor einen konsekutiven Masterabschluss anstrebt, sollte MSc- oder MSE-Studiengänge prüfen. Ein MAS ist dagegen eine Hochschulweiterbildung und richtet sich typischerweise an Personen mit entsprechender Vorbildung und Berufserfahrung.
Die Zulassung zu einem MAS wird von der jeweiligen Hochschule beziehungsweise Studienleitung festgelegt. Deshalb gibt es keine Zulassungsregel, die für sämtliche MAS-Weiterbildungen in der Schweiz gleichermassen gilt.
Beim MAS Mechatronik der OST werden technische Hochschulabschlüsse beispielsweise in Systemtechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder verwandten Fachrichtungen berücksichtigt. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch technische Abschlüsse einer Höheren Fachschule in Verbindung mit Berufserfahrung einen Zugang ermöglichen. Eine Aufnahme sur Dossier kann ebenfalls möglich sein.
Interessierte sollten deshalb immer die aktuellen Zulassungsbedingungen des jeweiligen Programms prüfen.
Verwandte Fachgebiete: Systemtechnik und Elektrotechnik.
MAS-Weiterbildungen können modular aufgebaut sein. Dabei lassen sich verschiedene Weiterbildungsbausteine mit einer abschliessenden Masterarbeit zu einem Gesamtprogramm verbinden.
Beim MAS Mechatronik der OST erfolgt dieser Aufbau aktuell über mehrere Certificate of Advanced Studies (CAS) und die Master-Thesis:
Die OST weist den gesamten MAS mit 60 ECTS aus. Die Einzelangaben der Module ergeben rechnerisch 61 ECTS; für den Abschluss ist deshalb die offizielle Gesamtangabe der Hochschule massgebend.
Einzelne CAS stellen eigenständige Hochschulweiterbildungen dar. Ob und unter welchen Bedingungen bereits absolvierte CAS später an einen MAS angerechnet werden können, richtet sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Programms.
Die Inhalte hängen vom konkreten Studienprogramm ab. Im Zentrum stehen technische Fachgebiete, deren Zusammenspiel für mechatronische Systeme entscheidend ist.
Mechatronische Systementwicklung: Bei mechatronischen Systemen müssen mechanische, elektronische und informationstechnische Komponenten gemeinsam betrachtet werden. Dazu gehören je nach Weiterbildung beispielsweise System- und Produktentwicklung, Modellbildung, Simulation und Regelungstechnik.
Automation und Robotik: In automatisierten Systemen greifen Sensoren, Aktoren, Steuerungen, Antriebe und Software ineinander. Entsprechende Weiterbildungen können Kompetenzen für die Entwicklung, Steuerung und Integration solcher Systeme vertiefen.
Sensorik und Aktorik: Sensoren erfassen physikalische Grössen und Zustände. Aktoren setzen Steuerbefehle in Bewegungen oder andere physikalische Wirkungen um. Beide Bereiche sind wichtige Bestandteile mechatronischer Systeme.
Embedded Systems: Embedded Systems verbinden Elektronik mit hardwarenaher Software. Sie übernehmen beispielsweise Mess-, Steuerungs-, Regelungs- oder Kommunikationsaufgaben in Maschinen und technischen Geräten.
Die Gewichtung dieser Bereiche unterscheidet sich je nach Weiterbildung. Bei der Wahl eines MAS lohnt es sich deshalb, nicht nur den Abschlusstitel, sondern auch die einzelnen Module und deren fachliche Ausrichtung zu vergleichen.
Die Dauer hängt vom Studienprogramm, der Organisation der einzelnen CAS und dem individuellen Studienverlauf ab. MAS-Weiterbildungen werden häufig berufsbegleitend absolviert.
Beim MAS Mechatronik der OST werden aktuell rund 110 Präsenztage ausgewiesen. Hinzu kommen Selbststudium, Leistungsnachweise und die abschliessende Masterarbeit.
Die Zahl der Präsenztage entspricht daher nicht dem gesamten zeitlichen Aufwand. Wer die Weiterbildung mit einer Berufstätigkeit kombiniert, sollte auch die Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie die Masterarbeit berücksichtigen.
Die Studienkosten werden von der jeweiligen Hochschule festgelegt und können sich verändern.
Für den MAS Mechatronik der OST werden gemäss dem recherchierten Stand 2026 Kosten von CHF 22'800.- bei Gesamtzahlung ausgewiesen. Die Gebühren können sich ändern und sollten vor der Anmeldung direkt bei der Hochschule überprüft werden.
Zusätzlich können je nach persönlicher Situation weitere Ausgaben für Lehrmittel, Reisen oder andere studienbezogene Aufwendungen entstehen.
Für die Finanzierung ist eine Schweizer Besonderheit wichtig: Die Bundesbeiträge für vorbereitende Kurse auf eidgenössische Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen gelten nicht für CAS, DAS und MAS. Andere Finanzierungsmöglichkeiten, beispielsweise eine Beteiligung des Arbeitgebers, müssen individuell abgeklärt werden.
Nach erfolgreichem Abschluss wird der Titel Master of Advanced Studies (MAS) der jeweiligen Hochschule verliehen. Der MAS ist ein Abschluss der Hochschulweiterbildung.
Wer nach einem «Master Mechatronik» sucht, trifft in der Schweiz auf unterschiedliche Abschlussbezeichnungen. Sie gehören nicht zum gleichen Bildungsweg.
MAS – Master of Advanced Studies
Ein MAS ist eine Hochschulweiterbildung von mindestens 60 ECTS. Er richtet sich typischerweise an Personen mit entsprechender Vorbildung und Berufserfahrung, die sich fachlich weiterqualifizieren möchten.
MSc – Master of Science
Ein MSc ist ein konsekutiver akademischer Masterabschluss. Er baut typischerweise auf einem Bachelorabschluss auf und gehört zum regulären Hochschulstudium.
MSE – Master of Science in Engineering
Ein MSE ist ein konsekutiver Masterabschluss im Engineering-Bereich, der auf einem Bachelorabschluss aufbaut. Mechatronik beziehungsweise Mechatronics and Automation kann darin als fachliches Profil oder Schwerpunkt vorkommen.
MAS, MSc und MSE tragen zwar alle «Master» im Namen, gehören aber nicht zum gleichen Bildungsweg. Wer direkt nach einem Bachelor einen weiterführenden akademischen Abschluss anstrebt, sollte MSc-/MSE-Angebote prüfen. Ein MAS dient dagegen der Hochschulweiterbildung. Entscheidend ist, welcher Bildungsweg zur bisherigen Ausbildung und zum beruflichen Ziel passt.
Quelle: swissuniversities – Eckwerte Hochschulweiterbildung
Das Angebot an direkt als MAS Mechatronik bezeichneten Weiterbildungen ist in der Schweiz klein. Daneben gibt es verwandte MAS-Programme mit Schwerpunkt Automation sowie konsekutive MSc-/MSE-Angebote in Mechatronics and Automation. Die Programme sollten deshalb nach Abschlussart und fachlicher Ausrichtung unterschieden werden.
MAS Mechatronik der OST
Die OST – Ostschweizer Fachhochschule bietet einen berufsbegleitenden MAS in Mechatronik an. Das Programm umfasst 60 ECTS und verbindet mehrere CAS mit einer Master-Thesis. Die fachlichen Schwerpunkte umfassen unter anderem Mechatronik, Sensorik/Aktorik, Automation/Robotik und Embedded Systems.
Verwandte MAS-Alternative: Automation Management
Die FHNW bietet mit dem MAS Automation Management eine verwandte Hochschulweiterbildung mit 60 ECTS an. Inhaltlich stehen unter anderem Automatisierungstechnik, Robotik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Engineering, Systemdesign und Integration sowie Managementthemen im Vordergrund. Das Programm ist kein MAS Mechatronik, kann aber für Fachpersonen relevant sein, deren Weiterbildungsziel stärker auf Automation und technischem Management liegt.
Internationaler Sonderfall: ETH Zürich und Ashesi University
Die ETH Zürich und die Ashesi University in Ghana haben gemeinsam den MAS ETH in Advanced Fundamentals of Mechatronics Engineering entwickelt. Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung und seines spezifischen Programmkontexts ist dieser nicht direkt mit einem klassischen berufsbegleitenden MAS Mechatronik für den Schweizer Weiterbildungsmarkt vergleichbar.
Ein MAS Mechatronik vertieft Kompetenzen an den Schnittstellen verschiedener technischer Disziplinen. Je nach bisheriger Ausbildung und Spezialisierung können diese Kenntnisse beispielsweise für Tätigkeiten in der mechatronischen Produkt- und Systementwicklung, Automation und Robotik, Sensorik und Aktorik, Embedded Systems, Systemintegration sowie in technischen Entwicklungsprojekten relevant sein.
Der MAS allein führt jedoch nicht automatisch zu einer bestimmten Funktion, einem höheren Lohn oder einer Führungsposition. Die beruflichen Möglichkeiten hängen unter anderem von Ausbildung, Berufserfahrung, Spezialisierung, Branche und Funktion ab.
Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: Bildung-Schweiz.ch, August 2026
Letzte Aktualisierung: 21. August 2026