Von der Absage zur Zusage: So gelingt die zweite Bewerbung

Gepostet 16.07.2026, Bildung Schweiz

Wer nach einer Absage im Bewerbungsprozess nicht aufgibt, kann mit einer erneuten Bewerbung überzeugen. Erfahre, wann sich ein zweiter Anlauf lohnt und worauf du achten solltest.

Eine Absage ist nicht immer das Ende. Mit einer überzeugenden zweiten Bewerbung kann sich eine neue Chance ergeben. Foto: Pexels
Eine Absage ist nicht immer das Ende. Mit einer überzeugenden zweiten Bewerbung kann sich eine neue Chance ergeben. Foto: Pexels

Eine Absage ist zwar enttäuschend, bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende deiner Chancen. Hat sich deine Situation seit der ersten Bewerbung verbessert oder wurde dieselbe Stelle erneut ausgeschrieben, kann sich eine zweite Bewerbung durchaus lohnen.

Warte mit der erneuten Bewerbung jedoch nicht nur etwas Zeit ab, sondern nutze diese sinnvoll. Überarbeite deine Bewerbungsunterlagen, sammle weitere Berufserfahrung oder erweitere deine Qualifikationen durch eine passende Weiterbildung. So zeigst du dem Unternehmen, dass du dich weiterentwickelt hast und erhöhst deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Gute Gründe für die erneute Bewerbung

In folgenden Fällen kann sich eine erneute Bewerbung beim gleichen Unternehmen trotz Absage lohnen:

  • Die Stelle bleibt nach längerer Zeit immer noch ausgeschrieben
  • Dieselbe Stelle wird ein zweites Mal ausgeschrieben
  • Es gibt eine neue passende Stelle beim Arbeitgeber
  • Zwischen der ersten und der erneuten Bewerbung sollte genügend Zeit vergangen sein, damit du neue Erfahrungen, Fähigkeiten oder Qualifikationen vorweisen kannst

In manchen Absageschreiben wird sogar erwähnt, dass man sich über eine erneute Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt freuen würde. Auch dann sollte diese Chance genutzt und eine erneute Bewerbung eingereicht werden.

Wie oft kannst du dich bei einem Unternehmen bewerben?

Es gibt keine Grenze, wie oft du dich bei einem Unternehmen bewerben kannst. Wichtig ist, dass jede neue Bewerbung einen echten Mehrwert bietet. Zeige, was sich seit deiner letzten Bewerbung verändert hat, beispielsweise durch zusätzliche Berufserfahrung, neue Fähigkeiten oder eine absolvierte Weiterbildung.

Reichst du immer wieder dieselben Unterlagen ein, ohne sie zu optimieren, sinkt deine Erfolgschance. Möchtest du dich gleichzeitig auf mehrere ausgeschriebene Stellen im selben Unternehmen bewerben, ist das grundsätzlich möglich. Achte aber darauf, dass dein Profil zu den jeweiligen Positionen passt und du deine Motivation für jede Bewerbung individuell begründest.

So gehst du bei einer zweiten Bewerbung vor
 

  1. Nimm Kontakt zum Unternehmen auf

    Ist die Stelle erneut ausgeschrieben, ist ein Anruf beim Unternehmen sinnvoll. So erfährst du, ob die Position noch offen ist, ob sich das Anforderungsprofil verändert hat oder worauf bei der Besetzung besonders Wert gelegt wird. Gleichzeitig zeigst du Interesse und Engagement.

  2. Analysiere die Absage

    Überlege, weshalb es beim ersten Mal nicht geklappt haben könnte. Vergleiche die aktuelle Stellenausschreibung mit der früheren und prüfe, ob sich die Anforderungen geändert haben. Analysiere, welche Erfahrungen oder Fähigkeiten du inzwischen gesammelt hast und wie du diese in deiner zweiten Bewerbung hervorheben kannst.

  3. Überarbeite deine Bewerbung

    Verwende für deine zweite Bewerbung nicht dieselben Unterlagen. Passe dein Motivationsschreiben und deinen Lebenslauf an die aktuelle Stelle an und achte darauf, dass alle Informationen auf dem aktuellen Stand sind. Hast du seit deiner ersten Bewerbung neue Berufserfahrung gesammelt oder eine Weiterbildung abgeschlossen, solltest du diese unbedingt erwähnen. Eine überarbeitete und auf die Stelle zugeschnittene Bewerbung erhöht deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

  4. Aus dem ersten Bewerbungsgespräch lernen

    Gab es bereits ein Bewerbungsgespräch? Dann gehe das Interview und die gemachten Notizen nochmals durch: Wonach wurde gefragt? Was war den Recruiterinnen und Recruitern wichtig? Wo hattest du keine guten Antworten? Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus. Stelle dich auf heikle Fragen ein und bereite diesmal bessere Rückfragen vor.

Do's and Don'ts beim zweiten Anlauf


Do's:

  • Zeige Entwicklung: Betone konkret, was du seit der Absage gelernt hast (Weiterbildungen, neue Projekte, Erfahrungen).
  • Bleibe selbstbewusst: Formuliere positiv und mach deutlich, dass dein Profil jetzt noch besser zur Stelle passt.
  • Erkläre dein Interesse: Zeige echte Motivation für genau dieses Unternehmen oder Institution, nicht nur Frust über andere Absagen.
  • Nutze den Wissensvorsprung: Verweise clever darauf, dass du die Entwicklung der Abteilung oder Schule mitverfolgt hast.

Don'ts

  • Keine Rechtfertigungen: Erkläre nicht, warum es beim letzten Mal nicht geklappt hat.
  • Kling nicht defensiv oder verzweifelt: Sätze wie „Vielleicht erinnern Sie sich noch...“ oder „Ich versuche es erneut“ schwächen deine Position.
  • Kein Fokus auf „Glück“: Bitte nicht um eine „zweite Chance“ oder hoffe auf mehr Glück – das wirkt unprofessionell.
  • Negative Wörter streichen: Vermeide Begriffe wie „erfolglos“, „Absage kassiert“ oder „nicht überzeugt“.

 

Mut zum zweiten Anlauf

Eine Absage ist kein endgültiges „Nein“, sondern oft nur ein „Jetzt noch nicht“. Wenn du die Zwischenzeit genutzt hast, um dich fachlich oder persönlich weiterzuentwickeln, bringt dich eine erneute Bewerbung in eine sehr gute Ausgangslage. HR-Verantwortliche schätzen Hartnäckigkeit und echtes Interesse an ihrem Unternehmen.

Dein Weg zum Erfolg: Analysiere das erste Verfahren, schärfe dein Profil und tritt selbstbewusst auf. Wenn du deine Weiterentwicklung als klaren Mehrwert für das Team präsentierst, zeigt das Professionalität und Engagement – und führt im zweiten Anlauf erstaunlich oft ans Ziel.

Quelle

Ähnliche Beiträge

Mehr zum Thema

Gesellschaft
Unsere aktuellsten Beiträge
Weiterführende Informationen