Nachträglich zum FH-Titel: So sichern Sie sich Ihre Fachhochschul-Anerkennung

Gepostet 17.02.2026, Romy Niederberger

Der nachträgliche Titelerwerb (NTE) ist ein offizielles Verfahren, das frühere Abschlüsse von Vorgängerinstitutionen offiziell als Fachhochschultitel anerkennt. Doch welche Abschlüsse werden anerkannt und wie läuft das Verfahren ab?

Das Gesuch um den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels wird beim SBFI eingereicht. Foto: Freepik
Das Gesuch um den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels wird beim SBFI eingereicht. Foto: Freepik

Ihren Fachhochschultitel nachträglich anerkennen lassen

Der nachträgliche Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren im schweizerischen Hochschulbereich. Er richtet sich an Personen, die einen anerkannten Abschluss einer Vorgängerschule der heutigen Fachhochschulen erworben haben und deren Diplom nach altem Recht ausgestellt wurde. Mit dem NTE kann der Abschluss offiziell als Fachhochschultitel anerkannt werden. Zuständig für dieses Verfahren ist das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Warum ist der nachträgliche Erwerb des FH-Titels wichtig?

Der NTE wurde eingeführt, um Abschlüsse, die vor der Einführung der Fachhochschulen oder vor der Bologna-Reform erworben wurden, im heutigen Hochschulsystem korrekt einzuordnen. Dabei handelt es sich nicht um eine Umwandlung in Bachelor oder Master, sondern um die Anerkennung eines gleichwertigen Fachhochschulabschlusses nach altem Recht. Die verliehenen FH-Titel sind rechtlich geschützt und behalten ihre Gültigkeit. Seit der Einführung des Verfahrens hat das SBFI mehrere 30'000 Fachhochschultitel nachträglich erteilt.

Welche Abschlüsse in der Schweiz sind für den NTE zugelassen?

Der nachträgliche Erwerb des Fachhochschultitels ist für bestimmte schweizerische Diplome aus den folgenden Bereichen zugelassen:

  • Angewandte Linguistik
  • Angewandte Psychologie
  • Design HFG
  • Ergotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Hauswirtschaft HHF
  • Hebamme
  • Hotellerie
  • Musik, Theater & bildende Künste
  • Pflege
  • Physiotherapie
  • Soziale Arbeit
  • Technik & Architektur HTL
  • Wirtschaft HWV

 

Was sind die Voraussetzungen für die Anerkennung des Fachhochschultitels?

Voraussetzung für den NTE ist ein schweizerisches Diplom, das im Geltungsbereich der entsprechenden Verordnung aufgeführt ist. Der Abschluss muss nach altem Recht ausgestellt worden sein und einer anerkannten Vorgängerinstitution der Fachhochschulen entstammen. Abschlüsse von Höheren Fachschulen berechtigen nicht zum nachträglichen Titelerwerb, da sie nach geltendem Recht vergeben werden. Ebenso sind ausländische Diplome vom NTE-Verfahren ausgeschlossen, auch wenn sie in der Schweiz anerkannt sind.

Ablauf des NTE-Verfahrens in der Schweiz

Das Gesuch um den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels wird direkt beim SBFI eingereicht. Das Gesuchsformular muss online heruntergeladen werden. Die erforderlichen Unterlagen müssen vollständig vorliegen und werden in der Regel im Original oder als beglaubigte Kopien verlangt. Eine elektronische Einreichung ist nicht vorgesehen. Nach Eingang des Gesuchs bestätigt das SBFI den Erhalt und prüft die Unterlagen in der Reihenfolge ihres Eingangs. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel bis zu drei Monate.

Gebühren und formeller Entscheid beim NTE

Für die Bearbeitung des Gesuchs erhebt das SBFI eine Gebühr, deren Höhe je nach Fachbereich variiert und in den offiziellen Merkblättern festgelegt ist. Wird das Gesuch abgelehnt, kann ein Teil der Gebühr abzüglich einer Bearbeitungspauschale zurückerstattet werden. Bei einem positiven Entscheid stellt das SBFI eine formelle Verfügung über den nachträglich erworbenen Fachhochschultitel aus.

Diplomurkunde und Diploma Supplement für FH-Titel

Nach einem positiven Entscheid erhält der Gesuchsteller eine formelle Verfügung über den nachträglich erworbenen Fachhochschultitel. Auf Wunsch kann zusätzlich eine Diplomurkunde ausgestellt werden. Die Diplomurkunde enthält den Namen der Absolventin oder des Absolventen, den Titel des Fachhochschulabschlusses, den Studienbereich sowie das Datum der Ausstellung. Sie bestätigt offiziell, dass der Abschluss den inhaltlichen Anforderungen eines Fachhochschulabschlusses nach altem Recht entspricht und den rechtlich geschützten Fachhochschultitel berechtigt verleiht.

Es kann optional auch ein Diploma Supplement beantragt werden: Es liefert eine detaillierte Beschreibung des Abschlusses, der vermittelten Kompetenzen und der Studieninhalte. Es folgt internationalen Standards, erleichtert die vergleichbare Einordnung des Abschlusses im Ausland und unterstützt die Transparenz und Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt und in der akademischen Weiterbildung.

Bedeutung des nachträglichen FH-Titels für das Schweizer Bildungssystem

Der nachträgliche Erwerb des Fachhochschultitels stärkt die Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen in der Schweiz. Er ermöglicht es qualifizierten Fachpersonen, ihre Ausbildung formal korrekt auszuweisen, ohne ein neues Studium absolvieren zu müssen. Damit leistet der NTE einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit und Anerkennung von Bildungswegen im schweizerischen Hochschulsystem.

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