Human Computer Interaction Design (HCI Design) untersucht und gestaltet die Interaktion zwischen Menschen und digitalen Systemen. In der Schweiz wird HCI innerhalb von Hochschulstudiengängen sowie in spezialisierten Weiterbildungen vermittelt. Das Fachgebiet verbindet Informatik, Design und Psychologie mit Methoden der Nutzerforschung, der Gestaltung interaktiver Systeme und der systematischen Bewertung ihrer Benutzerfreundlichkeit.
Human Computer Interaction Design ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das sich mit der Gestaltung, Entwicklung und Bewertung interaktiver Technologien beschäftigt. Ziel ist es, digitale Systeme an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen auszurichten.
HCI betrachtet nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern den gesamten Nutzungskontext. Dazu gehören die Aufgaben der Nutzenden, die Verständlichkeit von Informationen, die Bedienabläufe und die Reaktionen eines Systems auf Eingaben.
Ein Beispiel ist die Entwicklung einer digitalen Buchungsplattform. Neben der technischen Umsetzung müssen auch die Informationsstruktur, die Navigation und die einzelnen Buchungsschritte verständlich gestaltet werden. Durch Untersuchungen mit Nutzenden lässt sich feststellen, an welchen Stellen Schwierigkeiten auftreten und welche Verbesserungen sinnvoll sind.
Human Computer Interaction verbindet insbesondere:
Diese Verbindung bildet die Grundlage für eine nutzerzentrierte Entwicklung digitaler Produkte.
Human Computer Interaction Design vermittelt Methoden, mit denen digitale Produkte untersucht, gestaltet und hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit bewertet werden können.
Zu den zentralen Kompetenzbereichen gehören:
In wissenschaftlich orientierten HCI-Modulen lernen Studierende ausserdem, Forschungsfragen zu entwickeln, Hypothesen zu formulieren und geeignete Evaluationsmethoden auszuwählen.
Solche Methoden ergänzen klassische Usability-Untersuchungen. Welche Verfahren eingesetzt werden, hängt von der Fragestellung, dem Nutzungskontext und den verfügbaren Ressourcen ab.
Human Computer Interaction Design wird in der Schweiz auf unterschiedlichen Bildungsstufen vermittelt. HCI kann Bestandteil eines Hochschulstudiums, eine fachliche Vertiefung oder Gegenstand einer spezialisierten Weiterbildung sein.
Die Bezeichnung des Bildungsangebots allein sagt deshalb noch nicht aus, welcher Abschluss erworben wird. Entscheidend sind die Studieninhalte, die Bildungsstufe und der tatsächlich verliehene Abschluss.
Human Computer Interaction kann in Bachelorstudiengängen der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder verwandter Fachrichtungen behandelt werden.
Je nach Studienprogramm stehen die Gestaltung interaktiver Systeme, Nutzerforschung, Prototyping und die Evaluation digitaler Anwendungen im Vordergrund.
HCI-Module können sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Untersuchungsmethoden vermitteln. Dazu gehört beispielsweise, Forschungsfragen zu formulieren, Usability-Tests zu planen und Untersuchungsergebnisse auszuwerten.
Ein einzelnes HCI-Modul oder eine fachliche Vertiefung ist jedoch nicht mit einem eigenständigen Bachelorabschluss in Human Computer Interaction Design gleichzusetzen.
Auf Masterstufe können Themen der Mensch-Computer-Interaktion innerhalb von Informatik-, Design- oder interdisziplinären Studienprogrammen vertieft werden.
Je nach Ausrichtung stehen wissenschaftliche Forschung, nutzerzentrierte Softwareentwicklung, Interaction Design oder die Gestaltung neuer Interaktionsformen im Mittelpunkt.
Bei der Wahl eines Masterstudiums ist insbesondere zwischen einem konsekutiven Masterabschluss und einem Weiterbildungsabschluss zu unterscheiden.
Ein konsekutiver Master baut üblicherweise auf einem Bachelorstudium auf. Ein Master of Advanced Studies (MAS) gehört dagegen zur Hochschulweiterbildung und richtet sich in der Regel an Personen mit entsprechender Vorbildung und Berufserfahrung.
Human Computer Interaction Design kann in der Schweiz auch im Rahmen berufsbegleitender Hochschulweiterbildungen vertieft werden. CAS vermitteln spezialisierte Kompetenzen in abgegrenzten Themenbereichen, während ein MAS ein umfassenderes Weiterbildungsprogramm mit mindestens 60 ECTS-Punkten umfasst.
Weitere Informationen zum spezifischen Weiterbildungsabschluss finden Sie unter MAS Human Computer Interaction Design.
Human Computer Interaction, User Experience Design und Interaction Design sind eng miteinander verbunden, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
Human Computer Interaction (HCI) ist das übergeordnete interdisziplinäre Fachgebiet. Es untersucht, wie Menschen mit interaktiven Technologien umgehen und wie sich diese Interaktion gestalten und bewerten lässt.
User Experience Design (UX Design) konzentriert sich auf die gesamte Erfahrung, die Menschen bei der Nutzung eines Produkts oder einer Dienstleistung machen. Dazu gehören beispielsweise Verständlichkeit, Effizienz, Erwartungen und Zufriedenheit.
Interaction Design beschäftigt sich besonders mit der Gestaltung von Interaktionsabläufen. Dazu zählen Navigation, Eingaben, Rückmeldungen und das Verhalten eines digitalen Systems.
User Interface Design (UI Design) legt den Schwerpunkt auf die konkrete Gestaltung der Benutzeroberfläche, beispielsweise Layout, visuelle Hierarchie und Bedienelemente.
In der beruflichen Praxis überschneiden sich diese Bereiche häufig. Bei der Wahl eines Studien- oder Weiterbildungsangebots sollten deshalb die vermittelten Kompetenzen und Methoden stärker gewichtet werden als die Bezeichnung allein.
Human Computer Interaction Design eignet sich für Personen, die digitale Technologien aus technischer und menschlicher Perspektive verstehen und weiterentwickeln möchten.
Ein Hochschulstudium kann den Einstieg in technische, gestalterische oder wissenschaftliche Tätigkeiten ermöglichen. Berufsbegleitende Weiterbildungen dienen dagegen häufig dazu, bestehende berufliche Kompetenzen gezielt zu ergänzen.
Typische fachliche Hintergründe sind:
Die passende Ausbildung hängt von den persönlichen Voraussetzungen, den bisherigen Qualifikationen und den beruflichen Zielen ab.
Kenntnisse in Human Computer Interaction Design werden bei der Entwicklung und Verbesserung digitaler Produkte und interaktiver Systeme eingesetzt.
HCI-Fachpersonen beschäftigen sich beispielsweise mit Softwareanwendungen, mobilen Apps, digitalen Dienstleistungen und komplexen Benutzeroberflächen.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
Die konkrete Berufsbezeichnung hängt von der Ausbildung, den praktischen Erfahrungen und dem Tätigkeitsprofil ab. Human Computer Interaction ist ein Fachgebiet und keine einheitlich geregelte Berufsbezeichnung.
Bei der Wahl einer HCI-Ausbildung ist zunächst zu klären, ob eine akademische Grundausbildung oder eine berufliche Spezialisierung angestrebt wird.
Für einen fundierten Vergleich sind insbesondere folgende Kriterien relevant:
Ein wissenschaftlich ausgerichtetes Studienprogramm verfolgt teilweise andere Ziele als eine praxisorientierte Weiterbildung. Deshalb sollten Lernziele, Abschlussart und berufliche Anschlussmöglichkeiten gemeinsam betrachtet werden.
Ja. Human Computer Interaction wird in der Schweiz innerhalb verschiedener Hochschulstudiengänge und spezialisierter Weiterbildungen vermittelt. Die Abschlussbezeichnung und die fachlichen Schwerpunkte unterscheiden sich je nach Bildungsangebot.
Das hängt vom Studienprogramm ab. In technisch orientierten Studiengängen können Programmierkenntnisse erforderlich sein. Gestalterische oder psychologisch ausgerichtete Weiterbildungen setzen teilweise andere Schwerpunkte.
Nein. HCI untersucht die Interaktion zwischen Menschen und Technologien als umfassendes Fachgebiet. UX Design konzentriert sich stärker auf die gesamte Nutzungserfahrung. Die Methoden überschneiden sich jedoch häufig.
Was ist der Unterschied zwischen einem MSc und einem MAS?
Ein Master of Science (MSc) ist ein akademischer Masterabschluss. Ein Master of Advanced Studies (MAS) ist ein Hochschulweiterbildungsabschluss. Beide Abschlüsse unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich Bildungsziel, Zulassung und Einordnung im Hochschulsystem.
Quellen
OST – MAS Human Computer Interaction Design – Abschlussart, Studienaufbau und interdisziplinäre Ausrichtung.
Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: Bildung-Schweiz.ch, November 2026
Letzte Aktualisierung: 03. November 2026