Gepostet 22.09.2026, Bildung Schweiz
Der Studienbeginn bringt neue Freiheiten, aber auch viel Eigenverantwortung. Diese zehn Tipps zum Studienbeginn zeigen, was vor dem ersten Semester wichtig ist und wie sich Lernzeiten, Stundenplan, Finanzen und neue Kontakte von Anfang an sinnvoll organisieren lassen.
Was genau vor dem Studienstart erledigt werden muss, unterscheidet sich je nach Universität, ETH, Fachhochschule oder Pädagogischer Hochschule. Deshalb sind die Informationen der eigenen Hochschule und des Studiengangs immer die erste Anlaufstelle.
Zum Studienstart treffen viele Informationen gleichzeitig ein. Lies deshalb Hochschul-Mails von Beginn an regelmässig und trage wichtige Termine sofort in den Kalender ein. Je nach Hochschule und Studiengang müssen beispielsweise Lehrveranstaltungen belegt, Übungsgruppen gewählt oder weitere administrative Schritte erledigt werden.
Semesterbeginn, Anmeldefristen, Prüfungsphasen und andere wichtige Daten sollten frühzeitig im Kalender stehen. So gehen organisatorische Aufgaben im neuen Studienalltag weniger leicht unter.
Der Vorlesungsplan ist noch kein vollständiger Wochenplan. Neben Vorlesungen, Seminaren und Übungen braucht ein Studium Zeit für Vorbereitung, Nachbereitung, Aufgaben und selbstständiges Lernen.
Zum Studium gehört deshalb deutlich mehr als die Präsenzzeit: Ein ECTS-Punkt entspricht in der Schweiz grundsätzlich 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand – einschliesslich Selbststudium, Vorbereitung und Prüfungsleistungen.
Plane neben den Lehrveranstaltungen deshalb von Anfang an feste Zeitfenster für das Selbststudium ein. Der Wochenplan sollte trotzdem Reserven für zusätzliche Aufgaben, Verschiebungen und Erholung lassen.
In vielen Studiengängen ist deutlich mehr selbstständiges Lernen gefragt als zuvor in der Schule. Wer erst kurz vor den Prüfungen beginnt, den Stoff zu strukturieren, muss grosse Mengen in kurzer Zeit bewältigen.
Reserviere deshalb bereits während des Semesters regelmässige Lernzeiten. Teile grössere Aufgaben in kleinere Etappen auf und überprüfe zwischendurch, welche Inhalte bereits sitzen und wo noch Lücken bestehen.
Der Lernrhythmus muss im ersten Semester noch nicht perfekt sein. Selbstständiges und systematisches Lernen entwickelt sich mit der Erfahrung weiter.
Ein neuer Laptop gehört für viele zum Studienstart. Trotzdem solltest du mit grösseren Anschaffungen warten, bis klar ist, was dein Studiengang tatsächlich verlangt.
Hochschulen und Studiengänge können unterschiedliche Anforderungen an Hard- und Software stellen. Teilweise stehen Studierenden Programme, Lizenzen oder andere digitale Angebote über die Hochschule zur Verfügung.
Auch bei Fachbüchern lohnt es sich, zuerst abzuklären, welche Literatur tatsächlich benötigt wird und was über Bibliotheken oder digitale Zugänge verfügbar ist. So lassen sich unnötige Ausgaben vermeiden.
Einführungstage und Veranstaltungen für Erstsemestrige sind mehr als ein Willkommensanlass. Sie helfen dabei, den Studiengang, wichtige Abläufe und Anlaufstellen kennenzulernen.
Dort lässt sich beispielsweise klären, wo Lehrveranstaltungen stattfinden, welche digitalen Plattformen verwendet werden und an wen du dich bei organisatorischen oder fachlichen Fragen wenden kannst.
Gleichzeitig bieten diese Veranstaltungen eine gute Gelegenheit, andere Studierende kennenzulernen. Wer zu Beginn weiss, wo Informationen zu finden sind und wer bei Fragen weiterhilft, findet sich im Hochschulalltag schneller zurecht.
Der Studienbeginn ist für fast alle neu. Gehe deshalb aktiv auf andere Studierende zu. Einführungsveranstaltungen, Fachvereine, Übungen oder gemeinsame Pausen bieten dafür unkomplizierte Möglichkeiten.
Kontakte helfen nicht nur beim Ankommen. Lerngruppen können auch im Studienalltag nützlich sein: Inhalte lassen sich gemeinsam diskutieren, Verständnisprobleme erkennen und offene Fragen klären.
Dabei muss nicht jede Person gleich lernen. Eine Lerngruppe ergänzt das selbstständige Lernen, ersetzt aber nicht die eigene Auseinandersetzung mit dem Stoff.
Die eine perfekte Lernmethode für alle Studierenden gibt es nicht. Manche lernen konzentrierter in der Bibliothek, andere zu Hause. Je nach Fach können Zusammenfassungen, Lernkarten, Übungsaufgaben oder das Erklären von Inhalten sinnvoll sein.
Beobachte deshalb, mit welchen Methoden du den Stoff nicht nur wiedergeben, sondern tatsächlich verstehen und anwenden kannst. Klare Lernziele und regelmässige Selbstkontrollen helfen dabei, die eigene Lernstrategie weiterzuentwickeln.
Auch die Lernumgebung spielt eine Rolle. Probiere aus, wo und unter welchen Bedingungen du konzentriert arbeiten kannst.
Zum Studium gehören neben Semester- und Studiengebühren weitere Kosten. Dazu können Lernmittel, Laptop und Software, Mobilität, Verpflegung und Wohnkosten kommen. Ein einfaches Monatsbudget zeigt früh, wie hoch die tatsächlichen Ausgaben sind.
Für die Finanzierung eines Studiums kommen in der Schweiz je nach persönlicher Situation verschiedene Quellen infrage. Dazu zählen Unterstützung durch die Eltern, kantonale Stipendien oder Bildungsdarlehen, Nebenjobs sowie unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge von Stiftungen und Fonds.
Wer neben dem Studium arbeitet, sollte den zeitlichen Aufwand im Wochenplan berücksichtigen. Besonders zu Beginn ist noch schwer einzuschätzen, wie viel Zeit der eigene Studiengang tatsächlich beansprucht.
Ein voller Kalender ist nicht automatisch ein guter Studienplan. Regelmässige Pausen und freie Zeit gehören ebenfalls in die Woche.
Plane deshalb nicht jede verfügbare Stunde für Vorlesungen, Lernen oder einen Nebenjob ein. Zusätzliche Aufgaben, Terminverschiebungen oder besonders intensive Studienwochen lassen sich leichter auffangen, wenn der Kalender noch Reserven enthält.
Mit der Zeit entsteht so ein persönlicher Arbeitsrhythmus, der zum eigenen Studium und Alltag passt.
Nicht jede Schwierigkeit lässt sich allein lösen – und das muss sie auch nicht. Hochschulen verfügen über unterschiedliche Anlaufstellen für organisatorische, fachliche oder persönliche Fragen.
Je nach Problem können beispielsweise Studiensekretariat, Studienberatung, Fachverein, Beratungsstellen oder andere Fachstellen weiterhelfen. Welche Angebote bestehen, unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule.
Wer nicht weiss, an wen eine Frage gehört, kann zunächst beim Studiensekretariat oder bei der zentralen Studienberatung nachfragen. Gerade im ersten Semester ist es sinnvoll, diese Anlaufstellen früh kennenzulernen.
Die ersten Wochen an einer Hochschule sind eine Umstellung. Neue Abläufe, mehr Eigenverantwortung und eine andere Art des Lernens brauchen Zeit.
Entscheidend ist nicht, vom ersten Tag an alles im Griff zu haben. Wer wichtige Termine organisiert, regelmässig lernt, Kontakte knüpft und bei Fragen früh Unterstützung sucht, schafft gute Voraussetzungen für einen gelungenen Start ins Studium.
Digitale Werkzeuge können dabei helfen, Notizen, Literatur, Termine und Lernstoff besser zu organisieren. Welche Programme sinnvoll sind, hängt vom Studiengang, vom eigenen Lernstil und von den Angeboten der Hochschule ab. Prüfe deshalb zuerst, welche Software und Lizenzen dir über deine Hochschule bereits zur Verfügung stehen.
Meist genügt eines dieser Werkzeuge. Entscheidend ist, dass du deine Notizen später schnell wiederfindest und regelmässig sicherst.
Verwende nach Möglichkeit den Kalender und die Plattform deiner Hochschule. So lassen sich Stundenpläne, Einladungen und Terminänderungen häufig einfacher übernehmen.
Digitale Lernkarten sind besonders hilfreich, wenn Begriffe, Formeln, Vokabeln oder Fakten regelmässig wiederholt werden müssen. Sie ersetzen jedoch nicht das Verstehen und Anwenden des Lernstoffs.
Ein Mindmap-Tool kann beispielsweise bei der Vorbereitung einer schriftlichen Arbeit oder beim Strukturieren eines umfangreichen Prüfungsthemas nützlich sein. Es ist nicht notwendig, mehrere solcher Programme parallel zu verwenden.
Informiere dich vor einer schriftlichen Arbeit, welchen Zitierstil und welche Vorgaben dein Studiengang verlangt. Literaturverwaltungsprogramme erleichtern das Zitieren, übernehmen aber nicht die Prüfung, ob eine Quelle korrekt und geeignet ist.
Welche Kommunikations- und Kollaborationsplattform zum Einsatz kommt, wird häufig von der Hochschule oder vom Studiengang vorgegeben.
KI-Werkzeuge können beim Sammeln von Ideen, Erklären schwieriger Begriffe, Strukturieren von Texten oder Erstellen von Übungsfragen helfen. Ihre Antworten können jedoch fehlerhaft, unvollständig oder erfunden sein.
Beachte deshalb die Regeln deiner Hochschule zur Nutzung künstlicher Intelligenz. Prüfe Aussagen anhand verlässlicher Quellen und gib die Verwendung von KI an, wenn dies verlangt wird. Lade keine vertraulichen, personenbezogenen oder urheberrechtlich geschützten Inhalte hoch, wenn deren Verarbeitung nicht ausdrücklich erlaubt ist.
Du brauchst nicht möglichst viele Apps. Wähle wenige Werkzeuge, die zu deinem Studium und deiner Arbeitsweise passen, und nutze diese konsequent.
Viel Erfolg im Studium!
Quellen
Ein Ratgeber des Bildungsportals Bildung-Schweiz.ch – Ihrem unabhängigen Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Autor: Ivan Storchi, Bildung-Schweiz.ch | Erstveröffentlichung: 30.08.2023 | Zuletzt aktualisiert: 22.09.2026