Gepostet 09.09.2026, Bildung Schweiz
Die Maturitätsprüfung ist bestanden, das Diplom ist in der Tasche. Doch wie geht es weiter? Studium, Zwischenjahr, Berufseinstieg oder doch noch eine Ausbildung? Die Möglichkeiten in der Schweiz sind vielfältig. Umso wichtiger ist es, den eigenen Weg zu finden.
Ob Praktikum, Sprachaufenthalt, Freiwilligeneinsatz, Reisen oder Karriere machen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du die Zeit nach dem Maturaabschluss sinnvoll nutzen kannst.
Wir zeigen dir, welche Wege offenstehen und worauf du bei der Planung achten solltest.
Du weisst bereits, was du studieren möchtest? Dann kannst du direkt nach der Matura ins Studium starten. Die meisten Studiengänge beginnen im Herbstsemester. Die Anmeldefristen und Zulassungsbedingungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Studiengang. Kläre deshalb frühzeitig, ob du an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule studieren möchtest und was vorausgesetzt wird.
Ein Bachelorstudium umfasst in der Regel 180 ECTS-Punkte und dauert bei einem Vollzeitstudium etwa drei Jahre (6 Semester). Ein anschliessender Master umfasst je nach Studiengang 90 oder 120 ECTS-Punkte (3–4 Semester).
Neben der Studienwahl gibt es auch organisatorisch einiges zu planen. Setze dich daher mit folgenden Fragen auseinander:
Ein Zwischenjahr gibt dir Zeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, eine Sprache zu vertiefen, zu reisen oder dich beruflich zu orientieren. Entscheidend ist, dass du überlegst, was du daraus mitnehmen möchtest und wie du das Jahr strukturierst (z. B. 6 Monate Arbeiten/Sparen + 6 Monate Ausland).
Durch ein Praktikum lernst du eine Branche kennen und erhältst Einblicke in den Arbeitsalltag. Nebenbei sammelst du Berufserfahrung und kannst einschätzen, ob ein bestimmter Bereich zu dir passt.
Je nach Studiengang ist praktische Erfahrung für die Zulassung zu einer Fachhochschule relevant oder erhöht die Chancen bei der Zulassung „sur dossier".
Während einer befristeten Anstellung verdienst du dein eigenes Geld, wirst selbstständiger und kannst gleichzeitig für das Studium oder einen späteren Auslandaufenthalt sparen.
Wer lieber etwas für andere tun möchte, kann sich während eines Zwischenjahres sozial oder gesellschaftlich engagieren. Freiwilligeneinsätze gibt es beispielsweise im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich, in der Schweiz sowie auch im Ausland. Neben neuen Erfahrungen wachsen auch Fähigkeiten wie Teamarbeit, Organisation und Verantwortungsbewusstsein.
Für viele Schweizerinnen und Schweizer ist die Zeit nach der Matura ein geeigneter Zeitpunkt für den Militär- oder Zivildienst. Die Rekrutenschule lässt sich vor dem Studienbeginn absolvieren; ein Aufschub ist in der Regel möglich, wenn du bereits immatrikuliert bist oder einen Studienplatz nachweisen kannst. Beim Zivildienst gelten eigene Voraussetzungen und Einsatzregeln.
Informiere dich frühzeitig über die aktuellen Bestimmungen und wie sich die Dienstzeit mit deinem Studienbeginn vereinbaren lässt.
Ein Sprachaufenthalt, Au-pair-Aufenthalt oder ein Work-and-Travel-Programm verbindet Reisen mit persönlicher und sprachlicher Weiterentwicklung. Du beherrschst eine Fremdsprache im Alltag, knüpfst neue Kontakte und kannst je nach Programm gleichzeitig arbeiten oder ein Praktikum absolvieren.
Bei längeren Auslandaufenthalten solltest du neben den Reisekosten auch Unterkunft, Versicherung (Kranken-/Unfallversicherung, Reiseversicherung), Einreisebestimmungen und die allenfalls Arbeitsbewilligungen beachten.
Eine Matura bedeutet nicht automatisch, dass ein Hochschulstudium der nächste Schritt sein muss. Wenn du lieber praktisch arbeitest oder einen Beruf erlernen möchtest, kannst du nach der Matura eine Berufslehre beginnen.
Mit einer gymnasialen Matura lässt sich eine Lehre in vielen Fällen verkürzen, da der allgemeinbildende Unterricht in der Regel entfällt. Je nach Beruf dauert die verkürzte Ausbildung zwei oder drei Jahre. Eine besondere Form ist die Way-up-Lehre: Sie dauert zwei Jahre und führt zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ).
Aktuell wird die Way-up-Lehre unter anderem in folgenden Lehrberufen angeboten:
Je nach Quelle und Kanton werden teilweise weitere Berufe genannt (z. B. Zeichner/in EFZ). Die konkrete Verfügbarkeit hängt vom Lehrbetrieb und vom Kanton ab.
Eine verkürzte Lehre lohnt sich, wenn du bereits weisst, in welchem Berufsfeld du künftig arbeiten möchtest und gleichzeitig einen anerkannten Berufsabschluss erwerben willst. Mit einem EFZ (und in der Regel einer Berufsmaturität oder einer ergänzenden Prüfung) hast du zudem den direkten Zugang zu Fachhochschulstudiengängen in verwandten Bereichen.
Der Lehrbetrieb und das kantonale Berufsbildungsamt sind einzubeziehen.
Nach vielen Jahren Schule darf auch mal etwas Neues auf dem Programm stehen: Eine längere Reise, ein Auslandaufenthalt oder eine Kombination aus Reisen und Arbeiten kann neue Perspektiven eröffnen. Überlege dir vorher, wie viel Zeit und Geld dir zur Verfügung steht, und prüfe Budget, Versicherung und Sicherheitslage des Reiselandes.
Du musst nicht bereits am Tag nach der Matura wissen, wie dein beruflicher Weg aussehen soll. Wenn du zwischen Studium, Berufslehre, Zwischenjahr oder Ausland schwankst, kann eine Berufs-, Studien- oder Laufbahnberatung helfen. In vielen Kantonen bieten Berufsinformationszentren (BIZ) und kantonale Beratungsstellen kostenlose Gespräche an. Vielleicht bringt dich auch unser kostenloser Studienwahlcheck auf neue Ideen für deinen weiteren Weg.
Auch ein Zwischenjahr muss nicht bedeuten, dass du deinen Bildungsweg unterbrichst. Denn manchmal ist ein Jahr Orientierung besser investiert als mehrere Semester in einem Studium, das letztlich nicht zu dir passt.
Ein Ratgeber des Bildungsportals Bildung-Schweiz.ch – Ihrem unabhängigen Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Autorin: Romy Niederberger, Bildung-Schweiz.ch | Erstveröffentlichung: 03.03.2022 | Zuletzt aktualisiert: 09.09.2026